Am Dienstagmorgen besuchten wir das Korczakianum. Was das ist und welche Aufgabe dieses Institut hat kann mir hier nachlesen:korczakianum_internetdoc
Im Korczakianum trafen wir uns mit der Leiterin des Institutes Marta Ciesielska. Sie erzählte uns viel Neues von Janusz Korczak und gab uns einen genaueren Überblick über sein Werk und seine Schriften. Außerdem hatten wir die Möglichkeit, uns mit einigen der dort gesammelten Schriften auseinander zu setzen. Besonders Interessant fanden wir,dass das Korczakianum im alten Waisenhaus von Janusz Korczak untergebracht ist. so konnte man sich einige alte Bilder anschauen und mit den noch existierenden Räumen vergleichen.
Am Nachmittag begaben wir uns auf echte Spurensuche. Wir bekamen eine Führung durch das Gebiet des ehemaligen Warschauer Ghettos. Da man kaum noch erkennen kann, wo dieses früher gestanden hat, wäre es uns wohl ohne Stadtführer nicht gelungen. Wir hatten Glück und Herr Dr. Hensel, ein Mitarbeiter des Jüdischen Historischen Instituts in Warschau, hat sich für uns Zeit genommen. Wir besuchten dabei auch das Denkmal für den Ghettoaufstand (am selben Platz ist auch ein kleines Denkmal für Willy Brandts Kniefall aufgestellt) und den Umschlagplatz, von dem die Deportationen nach Treblinka erfolgten (markiert durch eine rote Fahne, an der Stawki- Straße-> oben, Mitte). Auch Korczak und seine Kinder wurden hier Anfang August in die Todeswagons verladen.
Auf der Karte kann man den Umriss des Warschauer Ghettos rot hinterlegt erkennen.
Die andere rote Fahne markiert den Platz für das Denkmal.
Der schwarz eingefärbte Fuß markiert das Korczakianum.
In de Nähe der Metro-Station Ratusz konnten wir uns weiter auf Spurensuche begeben, dort befindet sich das Jüdische Historische Institut in Warschau. Man kann dort eine eindrucksvolle Dauerausstellung zum Warschauer Ghetto ansehen, die das Leben im Ghetto vermittelt. Da ja auch Korczak mit seinen Waisenkindern im Ghetto lebte, hat uns diese Ausstellung die Lebensumstände in seinen letzten Jahren deutlich gemacht.
Eine kurze Zusammenfassung findet sich hier: das_warschauer_ghetto
einige Bilder aus dem Warschauer Ghetto
Tagebuchauzug:
Heute war ein schöner Tag. Im Korczakianum wäre ich gerne noch länger geblieben. Was Frau Ciesielska zu erzählen hatte, war sehr interessant. Sie hat mir Korczak von einer etwas anderen Seite näher gebracht. Leider sind die vielen, vielen gesammelte Dokumente auf polnisch. Die Zeitungsartikel aus “der kleinen Rundschau” hätten mich interessiert und die alten Aufzeichnungen der Erzieher.
…
Das Warschauer Ghetto hätte ich nicht bemerkt. Man sieht nur geringfügige Unterschiede zwischen den Häusern auf der alten Seite und denen, die auf den Schuttbergen des Ghettos gebaut wurden. Um ehrlich zu sein: Ich hätte nichts bemerkt, hätte uns Herr Dr. Hensel diese Unterschiede nicht gezeigt. Am Umschlagplatz trafen wir auf eine andere Gruppe. Die haben wohl auch eine “Ghettoführung’”gemacht. Es kommt mir merkwürdig vor, wie zweigeteilt. Auf der einen Seite das Warschau des Alltags, mit Schüler-Party und Wohnhäusern und mittendrin das alte Warschau, das anscheinend nur Touristen interessiert.









